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Artname: Schafgarbe
 
Im Volksmund: Achilles, Gänsezungen, Grillenkraut, Judenkraut, Kachelkraut, Schafrippl, Schafzunge, Tausendblatt, Frauenkraut, Frauendank, Blutstillkraut, Soldatenkraut, Wundkraut
 
Botanischer Name: Achillea Millefolium
 
Familie:Korbblütler (Asteraceae)
 
Beschreibung: Die Schafgarbe hat einen kriechenden Wurzelstock, aus dem sich zuerst eine Laubblattrosette und danach die Blütentriebe entwickeln. Der zylindrische Stengel ist innen markig, außen je nach Höhenlage kahl oder schwach behaart. Er wird 20 – 45 /bis60) cm hoch, trägt 2- bis 3fach fiederschnittige Blätter und bildet im oberen Teil Blütenstände aus, die in rispiger Scheindolde angeordnet sind. Die Scheinblüten der Köpfchen sind weiß bis schwach gelblich, die Zungenblüten hingegen sind weiß, rosa oder auch kräftiger rot gefärbt
 
Standort / Vorkommen: Die Schafgarbe ist in ganz Europa zu Hause und wächst auf Wiesen, an Weg- und Feldrändern. Sie ist sehr genügsam, widerstandsfähig gegen Hitze und Kälte und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Nur nasse oder sehr feuchte Böden meidet sie.
 
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und verschiedene Mineralien (besonders Kalium), Alkaloide (Achillein)
 
Verwendete Teile: Blätter und Blüten
 
Blütezeit / Sammelzeit: Blätter Frühjahr bis Herbst, Blüten von Juni bis Oktober
 
Mythologie / Geschichte/ Volksmedizin:
„Augenbraue der Venus“, dieser Name war das schönste Kompliment, das man im Mittelalter der Schafgarbe machte. Diese zarten, filigranen Blätter der Pflanze, wohin würden sie besser passen, als in das schöne Gesicht der Göttin der Liebe, Schönheit und Anmut. „Supercilium Veneris“, Augenbraue der Venus, unter diesem Namen findet man deshalb die Schafgabe in Handschriften des frühen Mittelalters.
Die Schafgarbe ist ein  altes Frauenheilkraut oder der Frauendank, wie sie in manchen Gegenden noch genannt wird, war immer eine Pflanze des Kräuterbüschels.
„Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach der Schafgarbe greifen“, so lobte Pfarrer Kneipp diese Pflanze, der er wieder zu neuem Ruhm verholfen hat.
In der astrologischen Pflanzenkunde ist die Schafgarbe natürlich dem Planeten Venus zugeordnet. Und deshalb gebrauchte man die Schafgarbe zur Behandlung des ven(us)ösen Blutkreislaufen z.B. bei Krampfadern und Hämorrhoiden.
Ihr alter Venusname ist schon lange nicht mehr in Brauch, doch ihr neuer lateinischer Name, Achillea millefolium, erzählt eine Geschichte, die die Schafgabe eher mit dem Kriegsgott Mars in Verbindung bringt als mit der sanften Venus. Im „Achillea“ verbirgt sich der Name des berühmten Helden der griechischen Sage, des Achilles. Beim Kampf um Troja wurde er von einem Pfeil an der Ferse verwundet, genau an jener Stelle, die wir noch heute Achillessehne nennen. Die Göttin Aphrodite (ein weiterer Name der Venus) riet ihm, seine Verletzung mit der Schafgarbe zu heilen. Vielleicht hat Achilles auch schon vorher von diesem heilenden Kraut gewusst, denn er war, so berichtet die Sage ein Schüler des Zentauren Chiron, der ihn in die Heilkräuterkunde eingeweiht hatte. Wir können dieser Erzählung aus dem grauen Altertum ruhig trauen, jedenfalls was die Anwendung der Schafgarbe betrifft. Generationen vor und nach dieser Begebenheit haben Wunden mit Schafgarbe geheilt.
Jahrhundertelang galt sie als Mittel, um Verletzungen zu heilen, die durch Eisen entstanden sind.
 
Hildegard von Bingen:
„Die Schafgarbe ist etwas warm und trocken, und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. Denn wenn ein Mensch durch einen Schlag verletzt wird, wäscht man nachher die Wunde mit Wein, und es soll in Wasser mäßig gekochte Schafgarbe, nachdem das Wasser mäßig ausgepresst wurde, so warm über jenes Tuch leicht gebunden werden, das auf der Wunde liegt. Und so nimmt sie der Wunde die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Und so geschehe es oft, solange es nötig ist. Aber nachdem die Wunde begonnen hat, sich ein wenig zusammenzuziehen und zu heilen, dann soll nach Wegwerfen des Tuches und ohne (das Tuch) die Schafgarbe auf die Wunde gelegt werden, und sie wird umso gesünder und vollkommener geheilt. Wer aber im Körperinnern eine Wunde erhielt, sei es dass er durch Spieße verwundet oder dass er innerlich zusammengeschnürt wurde, der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver in warmen Wein, bis er geheilt wird.
 
Heilwirkung / Anwendungsgebiete:
Das in verschiedenen ätherischen Ölen enthaltene Chamazulen hat eine beruhigende und anti-allergene Wirkung. Achillein hemmt innere und äußere Blutungen; und die Flavonoide sind wahrscheinlich für die krampflösende Wirkung verantwortlich.
Die Schafgarbe unterstützt den Menstruationszyklus, lindert auftretende Schmerzen und verhindert zu starke Blutungen.
Zusammen mit anderen Heilpflanzen lässt sich die Schafgarbe bei Erkältungen und Grippe anwenden. Als Bittertonikum kann sie bei Verdauungsbeschwerden und Koliken eingesetzt werden. Sie heilt aber auch, den Blutdruck zu senken, die Blutzirkulation zu verbessern und Krampfaderbeschwerden oder Heuschnupfen zu lindern.
Hauptsächliche Wirkung. Krampflösend, Adstringierend, Bittertonikum, Schweißtreibend, Blutdrucksenkend, Fiebersenkend, stillt innere Blutungen, erleichtert die Menstruation, entzündungshemmend
 
Verwendung / Rezepte :
Mediz. Anwendung:
 
Herzwein (beruhigend und stärkend)
2 Handvoll frische fein gehackte Schafgarbe
2 Handvoll frische fein gehackte Melisse
2 Esslöffel getrocknete, fein gehackte Baldrianwurzel
1 Zimtstange
1 Liter guter Rotwein
Die Zutaten mit dem Wein ansetzen, 2 Wochen ziehen lassen, abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. 2 Likörgläschen täglich.
 
Bei Rheuma, Unterleibsbeschwerden, Nieren- und Blasenleiden haben sich Bäder mit Schafgarbe bewährt. Man kocht einen starken Tee und fügt diesen dem Bad zu.
 
Frisch gestampft aufgelegt als Kompresse oder Waschungen, desinfiziert und heilt die Schafgarbe Wunden.
 
 
 
Verwendung in der Küche:
 
Gewürz:
Als Gewürz für die Zubereitung fetter Speisen (z.B. Gänsebraten, Fleischeintöpfe, Wurst) sit Schafgarbe nur regional bekannt. Sie würzt angenehm und fördert die Verdauung. Als Grüngewürz für Salate, Quark, Kräuterbutter, Saucen und Suppen, Eintöpfe und Weichkäsezubereitungen eignen sich junge Schafgarbenblätter ganz hervorragend. Fein gehackt werden sie unter Weichkäse gemischt, über Salate gestreut und unmittelbar vor dem Servieren auch Suppen und Eintöpfen zugegeben. Eine gesunde und erfrischende Beigabe.
 
Omelette mit Schafgarbe
Zutaten für 4-6 Personen
10 Schafgarbenblätter
12 Eier
1 EL Créme fraiche
Salz und Pfeffer
1 EL Butter
 
Schafgarbe kurz unter fließendem kaltem Wasser waschen und trockentupfen. Die Hälfte der Blätter in dünne Streifen schneiden, den Rest beiseitelegen. Eier aufschlagen, mit Créme Fraiche und den kleingeschnittenen Schafgarbeblättern verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Butter in einer sehr heißen Pfanne bei starker Hitze zerlassen. Ei-Mischung hineingießen, Temperatur reduzieren und das Omelette einige Minuten stocken lassen. Mit Hilfe eines Tellers wenden und auf der anderen Seite braten. Das fertige Omelette mit den restlichen Schafgarbeblättern garnieren und servieren. Dazu passen Kartoffeln oder ein grüner Salat.
 
Schafgarbensülze mit Meerrettich
Einen halben Löffel geriebenen Meerrettich und einige fein zerkleinerte Schafgarbenblätter mit 1/ 4 Liter Milch verrühren, mit Essig, Salz und Zucker würzen, mit 4 Blatt gelöster Gelatine vermischen und in Eierbecher oder ähnliche kleine Formen füllen. Nach dem Erstarren stürzen. Als Beigabe zu Klößen oder kalten Fleisch