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Artname: Schlüsselblume
 
Im Volksmund: Himmelsschlüssel, Auritezl, Ehrezeicheli, Madäneli, Petriblume, Trubechnöpfli, Mundfäulkraut
 
Botanischer Name: Pimula veris
 
Familie: Primelgewächs (Primulaceae)
 
Beschreibung:
Mehrjährige, bis 10cm hohe Frühlingsblume mit einer Grundrosette leicht gekräuselter, länglicher, eiförmiger Blätter und aufrechten Stengeln mit doldigen leuchtend gelben Blütenständen. Die Blätter sind unterseits behaart. Die Blattspreite verschmälert sich nach unten zu. Auf einem mehr oder weniger langen Stengel sitzen endständig die Blüten in einer Dolde angeordnet. Der Blütenkelch ist weißlich-grün und kantig, die Blumenkrone röhrenförmig, oben ausgebreitet, gelb mit tief goldgelbem Ton in der Mitte. Der Wurzelstock bildet zahlreiche Faserwurzeln aus, die im Boden verankern.
 
Standort / Vorkommen: heimisch in Europa und Westasien, wächst auf Wiesen und in feuchten Laubwäldern, oft auf Kalkböden.
 
Inhaltsstoffe: Saponin, Flavonoide und ätherisches Öl, ebenso Kieselsäure und Gerbstoff
 
Verwendete Teile: Blüten, Blätter und Wurzeln
 
Blütezeit / Sammelzeit: März bis April die Blüten und Blätter, im Herbst die Wurzeln
 
ACHTUNG: Die Schlüsselblume darf nicht an Wildstandorten gesammelt werden, da geschützt!
 
Geschichte / Mythologie Volksmedizin:
Auf die Erde gekommen sind diese Blumenschlüssel, weil der himmlische Petrus eines Tages seinen Schlüsselbund fallen ließ. Als die Engel auf der Erde danach suchten, fanden sie gelb leuchtende Schlüsselblumen. Kein Wunder also, dass man die Pflanze auch Himmelsschlüssel oder Peters Schlüssel nennt. Wie der botanische Name Primula veris, der „kleine Erstling des Frühlings“, erahnen lässt, verkündet sie den Frühlingsbeginn.
 
Schlüsselblumen sind der germanischen Erdgötting geweiht und öffnen der Legende nach die Pforten des Himmels.
 
Die Druiden wussten von den Seelenkräften der Schlüsselblume und brauten aus ihrem Saft zusammen mit fünf weiteren Pflanzen und Honig den „Trank der Begeisterung“. Neun Priesterinnen weihten ihn, indem sie ihm ihren Atem einhauchten. In diesem Getränk war all die begeisternde und aufmunternde Kraft der Schlüsselblume eingefangen.
 
Später wurde die Schlüsselblume Maria in die Hände gelegt, sie erhielt den Namen „Marias Himmelschlüssel“, und mit ihr, so glaubte man, öffnet sie die Pforten des Himmels.
 
Schlüsselblumen sind ein Frühjahrssymbol und heißen auf Spanisch oder italienisch primavera (Frühling).
 
Auch Hildegard v. Bingen schreibt darüber in ihrer „Naturkunde“: „Der Himmelsschlüssel ist warm und hat alle seine Kraft von der Sonne, bei Melancholie und Wahnvorstellungen soll die Pflanze auf das Herz gebunden werden.“
 
Im 16. Jahrhundert schrieb der Kräuterarzt William Turner:
„Einige Frauen streuen die Blüten der Schlüsselblume in weißen Wein, und nachdem…waschen sie ihr Gesicht mit diesem Wasser, um es schön zu machen in den Augen der Welt statt in den Augen Gottes, den zu erzürnen sie sich nicht scheuen.“
 
Der Apotheker Tabernaemontanus berichtete im 16 Jahrhundert, die Schlüsselblume helfe „gegen Blödhaupt und Gehirnverschleimung.“
 
Pfarrer Kneipp: „Nur die dunkelgelbe Schlüsselblume hat Wert für die Hausapotheke. Schon der Geruch verrät, dass in all diesen Blütenkelchen eine besondere Heilflüssigkeit stecken müsse. Kaut man zwei bis drei dieser gelben Trichterchen, so fühlt man recht gut, welch medizinischen Gehalt sie bergen…Wer Anlage hat zur Gliederkrankheit (z.B. Gicht, Rheuma) oder schon an diesem Gebrechen leidet, trinke längere Zeit hindurch täglich eine Tasse Schlüsselblumentee. Die heftigen Schmerzen werden sich lösen und allmählich ganz verschwinden.“