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Artname: Schneeglöckchen
 
Im Volksmund: Milchblume, Hübsches Februar-Mädchen, Lichtmess-Glöckchen, Lichtmess-Glocken, Marienkerzen, Weißglatze, Schnee-Durchstecher, Weiße Jungfrau, Kleines Schneeglöckchen
 
Botanischer Name: Galanthus nivalis
 
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
 
Beschreibung:
Schneeglöckchen-Arten sind mehrjährige krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Im Frühjahr beginnen die Schneeglöckchen auszutreiben. Diese Zwiebelpflanze produziert so genannte Biowärme (etwa 8 bis 10 C°), die den (leichten) Schnee um Stängel und Blätter schmelzen lässt. Zwei bis –selten- drei parallelnervige Laubblätter stehen grundständig zusammen.
Dann wird der Blütenstand ausgetrieben mit einem langen Blütenschaft und nur einer Blüte. Anfangs umgibt ein Hochblatt die Blüten und schützt diese vor strenger Witterung. Bei günstigen Bedingungen durchbricht die Blüte die Scheide. Da der Stiel schwach gebaut ist, senkt sich die Blüte und nickt.
Es werden Kapselfrüchte gebildet, die 18 bis 36 Samen enthalten. An den hellbraunen Samen, mit 3,5mm Durchmesser, ist ein großer fleischiger Nährkörper (Elaiosom) angewachsen. Da der Stängel nach der Fruchtbildung schlaff auf den Boden fällt, können Ameisen an die Samen kommen. Sie haben eine Vorliebe für den am Samen festgewachsenen Nährkörper und tragen daher die Samen zu ihrem Bau. Unterwegs fressen sie den Nährkörper häufig auf und lassen den eigentlichen Samen unbeachtet liegen. So tragen sie zur weiten Ausbreitung des Schneeglöckchens bei.
Zur Vermehrung der Pflanzen tragen außerdem auch Brutzwiebeln bei, so dass sich häufig dichte Horste bilden. Diese können nach der Blüte geteilt werden, während die Pflanzen noch grün sind.
 
Standort / Vorkommen:
Das Schneeglöckchen kommt ursprünglich aus Südosteuropa und dem Kaukasus, dem südwestlichen Asien und Kleinasien bis zur Region um das Kaspische Meer. Anderswo zum Beispiel in Nordamerika sind Arten nur verwildert. Die verbreitetste Art Galanthus nivalis wächst jedoch schon lange in mitteleuropäischen Gärten und kommt in Mittel- und Westeuropa auch verwildert vor.
Sie kommen in Waldwiesen, Auen und Laubwäldern vor und bevorzugen feuchte und schattige Standorte. Sie werden häufig als erste Frühlingsboten betrachtet und deshalb auch gerne in Grünanlagen und Gärten gepflanzt.
 
Inhaltsstoffe:  Galantamin, Lycorin
 
Verwendete Teile: Knollen - Naturheilkunde --> Bitte nur unter Aufsicht eines Arztes oder Heilpraktikers, nicht für Eigenversuche!!!                             

Blütezeit / Sammelzeit:  ab Spätfrühling
 
Mythologie / Geschichte/ Volksmedizin:
Das Schneeglöckchen ist eine sehr ungewöhnliche Heilpflanze.
Es war nämlich weder in der Antike, noch im europäischen Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Daher haben wir hierzulande gar keine Tradition in der Anwendung des Schneeglöckchens. Den meisten Menschen gilt das Schneeglöckchen ausschließlich als Zierpflanze ohne Heilwert
 
Schneeglöckchen im Kaukasus
Im Kaukasus wird das dortige Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) jedoch schon lange in der Volksheilkunde verwendet.
Die alten Menschen essen die Zwiebeln gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche.
Kinder, die an Kinderlähmung erkrankt sind, werden mit einem Tee aus den Zwiebeln behandelt. Bei so behandelten Kindern hinterlässt die Kinderlähmung gewöhnlich keine dauerhaften Schäden.